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Die fliegende Glut
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Gedichteforum -> Natur
Nestor Carigno

Anmeldedatum: 03.10.2009
Beiträge: 789
BeitragBeitrag #1 vom 25.07.2020, 21:19  Titel: Die fliegende Glut  

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Die fliegende Glut

Die Borke bricht.
Ihr Gesicht eine Fassade.
Die Borke bricht.
Vom Licht von 333 Jahren.
Die Fasern reißen.
Vom Sturm der Zeiten
vom Donner der Erde
und von den Blitzen
unter meiner Haut.

Jetzt brenne sie.
Lichterloh und unweigerlich.
Alles ist nichtig,
nur Feuer und Licht.

Sie glüht und glüht,
der Wind facht sie an
und dann...

Wirbelt sie empor
in tausenden Stücken.
Sie wirbelt und wirbelt
und verlässt das Land.

Im Schatten der Nacht
glüht sie ein letztes Mal
und erlischt für immer.

_________________
Es besteht die Möglichkeit, das wir uns irren.
Womit? Mit allem. Glauben Sie das auch?
Was glauben Sie und geben Sie sich selbst
die Möglichkeit auch etwas anderes zu glauben?
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juergen h.

Anmeldedatum: 05.01.2007
Beiträge: 1170
Wohnort: Tirol
BeitragBeitrag #2 vom 27.07.2020, 22:28  Titel:   

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Das ist eine schöne Randnotiz. Und jetzt das Ganze noch einmal. Aber mit Aufwand, mit Verwerfen und Neuerschaffen. Du meinst doch nicht, dass dieser Happen etwas Besonderes ist, oder? Natürlich nicht. Ich finde es entzückend, wenn man als Leser der Idee im Dicher nachspüren kann. Aber ich denke schon, dass du hier in der Champions League schreiben willst. Und die Leser gerne "mehr" hätten als nur eine grob umrissene Idee. Die Leser wollen dich als Dichter erleben, mit zwar mit allen deinen Eigenschaften, den guten und den schlechten. Mir hilft da oft eine Flasche Rotwein. Oder zwei, damit ich nicht so bin, wie mich die eigenen Kinder kennen.

Wie schrieb Rainer Maria Rilke?

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.
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Nestor Carigno

Anmeldedatum: 03.10.2009
Beiträge: 789
BeitragBeitrag #3 vom 27.07.2020, 22:52  Titel:   

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Die Borke bricht.
Mein Gesicht eine Fassade.
Die Borke bricht.
Vom Licht von 333 Jahren.
Die Fasern reißen.
Vom Sturm der Zeiten
vom Donner der Erde
und von den Blitzen
unter meiner Haut.

Jetzt brenne ich.
Lichterloh und unweigerlich.
Alles ist nichtig,
nur Feuer und Licht.

Ich glühe und glühe,
der Wind facht mich an
und dann...

Wirbel ich empor
in tausenden Stücken.
Ich wirble und wirble
und verlasse das Land.

Im Schatten der Nacht
glüh' ich ein letztes Mal
und erlische für immer.

_________________
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Womit? Mit allem. Glauben Sie das auch?
Was glauben Sie und geben Sie sich selbst
die Möglichkeit auch etwas anderes zu glauben?
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juergen h.

Anmeldedatum: 05.01.2007
Beiträge: 1170
Wohnort: Tirol
BeitragBeitrag #4 vom 27.07.2020, 23:19  Titel:   

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Oida... Jetzt brenne ich? Was soll das? Das ist keine Lyrik, Nestor. Das ist nur eine Ahnung vor der jedem Menschen innewohnenden Scheißangst vor dem Tod - dargestellt als Zimmerfeuerwerk.

Irgendwann ist meine Fresse
ein denkmalgeschütztes Haus
Die Netten gehen unten durch
und die Arschlöcher zur Messe


Liebe Grüße, Jürgen
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Nestor Carigno

Anmeldedatum: 03.10.2009
Beiträge: 789
BeitragBeitrag #5 vom 29.07.2020, 21:35  Titel:   

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:-D

Danke Jürgen, ich schätze Dein feedback sehr.

Reichst Du auch was beim UND-Heft ein?

Liebe Grüße, Nestor

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Wortformer

Anmeldedatum: 09.10.2020
Beiträge: 3
BeitragBeitrag #6 vom 09.10.2020, 16:30  Titel:   

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Mein persönlicher Eindruck:
Wow. Die erste Version ist ja wunderbar!

Der erste Vers des zweiten Absatzes war wohl nicht so gemeint, mir fällt eine mögliche Formulierung ein, bitte verzeih mir diesen Eingriff. Ich tue das nur, weil mir das Gedicht so gut gefällt:

"Jetzt brennt sie wie ich,
Lichterloh, unweigerlich.
Alles ist nichtig,
Nur Feuer und Licht..."

Danke, Nikolaus
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Wortformer

Anmeldedatum: 09.10.2020
Beiträge: 3
BeitragBeitrag #7 vom 09.10.2020, 18:09  Titel:   

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...oh, meintest du mit "jetzt brenne sie" jetzt soll/möge sie brennen? dann sorry, war mir nicht gleich verständlich...

Wie dem auch sei, mich sprechen Dramatik und Sprache dieses Gedichts sehr an.

LG Nikolaus
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