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Im Keller
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Gedichteforum -> Dunkle Gedichte
dmuenchnerin

Anmeldedatum: 13.09.2008
Beiträge: 9
Wohnort: München
BeitragBeitrag #1 vom 16.09.2008, 19:19  Titel: Im Keller  

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Dumpfer Donner grollt -
draußen bersten Steine und das Leben.
Wie es in den Ohren rollt,
wie Hirn und Seele mit ihm beben.

Das halbe Dunkel hält
die Augen weit, die Angst im Gleißen:
Was draußen pfeifend niederfällt,
wird neue Gräber speisen.

Die Enge schmeckt und riecht
nach Leibern und nach feuchten Mauern.
In beider fahlem Angesicht
kämpft das Hoffen um sein Dauern.

Die Schreie - dumpf aus engen Kehlen:
Leise geht die Angst auf Raub.
Zwingt die eingepferchten Seelen
in ihren erstickenden Staub.

Die Stille, Sirenen künden
vom Ende der tödlichen Saat.
Wird man wiederfinden,
was man in Angst verlassen hat?

Das Draußen! Endlich Licht -
verbergen sich in Nebelgrau.
So sieht man und doch nicht:
Jeder Schritt ist Totenschau.

Der Tod da draußen raffte hin,
er brauchte nur ein Werben.
Die überlebten, neiden ihn:
sie werden viele Tode sterben.
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Villon´s Krückstock

Anmeldedatum: 03.09.2007
Beiträge: 224
BeitragBeitrag #2 vom 16.09.2008, 21:05  Titel:   

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Meine Güte - was für eine beeindruckende Schilderung!
Das letzte Mal, das mir so bildhafte literarische Beschreibungen einer Kriegssituation untergekommen sind, war in Mimi Grossbergs Autorensammlung "Geschichte im Gedicht - 1938".
Es läßt mich wirklich sprachlos werden, wenn ich versuche mir deine Zeilen zu verinnerlichen Shocked

LG
Irene

_________________
http://www.ironirene.com/lyrische_selbstversuchung.html
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dmuenchnerin

Anmeldedatum: 13.09.2008
Beiträge: 9
Wohnort: München
BeitragBeitrag #3 vom 26.09.2008, 23:53  Titel: Dank Dir!  

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Hallo Irene,

sei ganz lieb bedankt für Deine Anerkennung. Da Dir beschriebene Situation so nahegeht, stellt sich mir die Frage, ob Du den Krieg noch aus eigener Erfahrung kennst? Ich bin Jahrgang 1959, also vom Krieg verschont. Aber meine Mutter erzählt mir ab und an Geschichten, wie sie und ihre Familie und damit ganz normale Leute den täglichen Wahnsinn erlebt haben. Da ist mir einiges hängengeblieben.

Deine Karin
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Villon´s Krückstock

Anmeldedatum: 03.09.2007
Beiträge: 224
BeitragBeitrag #4 vom 28.09.2008, 09:38  Titel:   

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Hallo!

Nein, natürlich bin ich auch ein Kind glücklicherer Zeiten, aber die Schilderungen unserer Oma und ihrer Zeitgenossen werden in deinen Zeilen wieder wach.

LG
Irene

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